Posts mit dem Label Austria werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Austria werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Austria: how do they try to score goals?

Seventh, fourth, seventh, and now tenth. After finishing second (and losing more than one third of their games on the way) in 2016/17, Austria Vienna are in what you may describe as a permanent crisis. They are definitely performing below expectations, given that they are the last club to win the league not named Red Bull Salzburg and also the record champion since the competition was installed in its current format in the 1970s.

The club, formerly known for technical and offensive football, is struggling especially at the high end of the pitch. During the current season, they have scored only one goal per game, down from 1.5 during last year's regular season and on par with the worst team of the league. Their last win (and only second in total) dates back to early October. This happens in spite of reinstalling their messiah, Peter Stöger, the last one who coached them to champions honours, as head coach this summer.

The difficulty is that their performances are just that. Although they can argue that they have been a bit unlucky (only nine goals from 15 xG), there are only three teams in the league that created even less. They are playing like a below average team and deserve the position they occupy in the table.

The shot zones map underlines their weaknesses. They create less expected goals than an average team does from any area in the box and just outside of it. Their chance creation in the zone around the penalty spot is especially poor. This is not the map of a team that competes for European competitions or even more, but rather one that needs to make sure they don't finish in a lower league the following year.

The question is if there is at least anything positive about their offensive performances this year. A strength they could rely on to score more goals during the remainder of this season. By crunching the numbers concerning their expected goals and comparing them to the other teams of the league, we can detect any possible strengths.

Unfortunately, they are not leading the league in any category, and only in one they are among the top third of teams. They are below average both before (8th best team of the league) and after the break (10th). They are somehow better after crosses (7th) than after non-crosses (10th) as well as after set-pieces (6th) than from open play (9th), but nothing to be too optimistic about.

The only category in which they somehow excel is xG after long passes, in which they are the fourth best team by now. To put this into context, they also try it quite often the direct way, playing long balls both absolutely (955 times so far) as relatively (23% of their passes are long) the second-most frequently of all clubs. Plus, this kind of football might not be the one preferred by their supporters and is also not the best one suited to some of their more gifted players such as Grünwald, Fitz or Sakaria.

The most baffling fact, however, is that they are still to create a single shot from a through ball this season. Through balls are in general a very effective way to generate high quality chances, hence the team lacking this quality shows the poor season they are having. Only fellow relegation contenders Hartberg and Altach have also failed to create something from through balls this season.

The issue is as much personal as it is structural. Last season's most dangerous players are by and large also this season's, but in general most of them on a lower level. There are some promising youngsters such as Aleksandar Jukic (20) and Patrick Wimmer (19), but they still rely too much on some players beyond their peak (Grünwald, Klein last season, Suttner this year) in terms of chance creation.

Plus, one of their most exciting younger players has hardly featured this year. Dominik Fitz has played less than 200 minutes this season, missing many games due to injury and suspension. He was easily their most creative player last season, setting up 7.5 expected goals for his teammates. On the way, he created more than two expected goals from through balls last season (no other more than one), was their best assister for shots both from crosses and non-crosses, and also both from open play and after set-pieces.

He did additionally also create danger from his own shots, being their second most effective player from non-crossed shots and their third most from open play and after short passes. His tally of four goals and eight assists almost perfectly matches his underlying performances, indicating how much his team has been missing him this year.


Samstag, 15. September 2018

Die Standardsituationen als Schlüssel im Spitzenspiel?

Seit dem Aufstieg vor zwei Jahren hatte der SKN gegen Salzburg üblicherweise wenig zu bestellen. In acht Partien setzte es ebenso viele Niederlagen, das Torverhältnis in diesen Spielen beläuft sich aus Sicht der Niederösterreicher auf 4:25. Die Chancenqualität war ebenfalls deutlich inferior (insgesamt 7,6 zu 17,3 xG). Während die Salzburger sich in beiden Saisonen ungefährdet den Titel holen konnten, musste St. Pölten jeweils bis zum Schluss um den Ligaverbleib zittern. 

Und doch ist beim heutigen Duell alles anders. Man begegnet sich punktemäßig beinahe auf Augenhöhe. Während die Tabellenposition der Salzburger durchaus zu erwarten war, ist der Höhenflug der Blau-Gelben eine der Überraschungen der bisherigen Saison. Erreicht wurden die bisherigen Punkte auf eher orthodoxe Art und Weise: Man überlässt dem Gegner den Ball (mit durchschnittlich 37,7% Ballbesitz kommt man auf den niedrigsten Wert aller Ligateams) und verteidigt das eigene Gehäuse mit Mann und Maus (und Fünferkette). Durch den Fokus auf Konter und die Verteidigung des eigenen Tores (mit 78% der gegnerischen Schüsse, die neben dem Tor landen oder geblockt werden, liegt man nur hinter der Wiener Austria) schafft man es bislang, sowohl offensiv als auch defensiv besser abzuschneiden, als es die Leistungen vermuten lassen würden. Ohne Elfmeter gerechnet liegt die Tordifferenz bei +4 (8:4), die erwartete hingegen fast genau umgekehrt bei etwa -4 (5,5 zu 9,8). 

Interessanterweise legt man jedoch auf eine typische Waffe vermeintlich schwacher Teams überhaupt keinen Wert. Bei Standardsituationen zählt das Team von Didi Kühbauer sowohl defensiv als auch offensiv zu den schwächsten der Liga. Im Anschluss an ruhende Bälle konnte man erst acht Schüsse abgeben, womit man gemeinsam mit Altach am letzten Platz in dieser Wertung liegt. Als einzige Mannschaft der Liga neben der Wiener Austria konnte man selbst noch kein Tor nach einer Standardsituation erzielen. Auf der Gegenseite ließ man mit bereits 23 gegnerischen Abschlüssen die mit Abstand meisten zu. Von diesen landete zwar nur einer auch im Tor, aber es bleibt abzuwarten, ob St. Pölten diese Schüsse besonders gut verteidigt oder derzeit eher etwas auf einer Glückswelle dahinreitet. Auf individueller Ebene stechen lediglich Luca Meisl (0,08 xG pro 90 Einsatzminuten) und Daniel Luxbacher (ebenso viele expected Assists) hervor.




Diese Schwäche zeigte sich bei den Niederösterreichern bereits in der so katastrophal verlaufenen Vorsaison. Nachdem Did Kühbauer das Traineramt übernommen hatte, konnte er zwar die Ergebnisse einigermaßen verbessern und stabilisieren, das Verhalten bei Standardsituationen war jedoch weit unterdurchschnittlich. Man konnte in diesen acht Runden lediglich ein Tor nach einem ruhenden Ball erzielen, was sowohl absolut als auch relativ (10%) die wenigsten waren. Gleichzeitig kassierte man die Hälfte der Gegentore nach Standardsituationen, der höchste Anteil. Vor der Amtsübernahme des Burgenländers wies man hingegen durchaus normale Werte auf (sechs von 18 erzielten, 20 von 67 kassierten).

An dieser Stelle kommt der heutige Gegner Salzburg ins Spiel. Die Mozartstädter konnten in der vergangenen Saison 16 Tore nach Standardsituationen erzielen, was ein überdurchschnittlich hoher Wert ist, aufgrund der hohen Anzahl an sonstigen erzielten Toren jedoch über die gesamte Saison den niedrigsten Anteil aller Teams (19,8%) darstellt. Die sieben erhaltenen Tore nach ruhenden Bällen hingegen stellen gemeinsam mit Rapid den besten Wert der Liga dar. Man kann sich also offensichtlich offensiv noch verbessern, defensiv hingegen hat man bereits ein hohes Niveau erreicht.

Dieses Muster spinnt sich in der laufenden Saison fort. Salzburg ist nach der Wiener Austria das defensivstärkste Team der Liga bei Standards, wie auch aus der Graphik hervorgeht. Gleichzeitig ist man neben den bereits erwähnten St. Pöltnern und der Admira das offensiv harmloseste Team in dieser Disziplin. Wenn Enock Mwepu gegen die Admira nicht nach einem Eckball eingeköpft hätte, wäre man ebenfalls in dieser Spielzeit noch torlos. Man ist damit jedoch ein Team, das weit mehr der ligaweiten Tendenz entspricht als die Niederösterreicher. Mannschaften, die nach Standards offensiv gefährlich sind, sind generell dabei auch defensiv anfällig, was darauf hinweist, dass die Verhaltensmuster bei eigenen und gegnerischen Standards sehr verschieden sind und deshalb auch unterschiedliche Schwerpunkte bei der Vorbereitung erfordern. Ein Spagat, den Teams offensichtlich nur schwierig bewältigen können.

Standardsituationen sind ein integraler Teil des Fußballs. Knapp ein Drittel aller Tore in der abgelaufenen Saison fielen nach ruhenden Bällen. In der laufenden Saison sind es erst 15%, der Wert ist nach nur sechs Spielen jedoch noch schwankend. Stärken bei Standards können dementsprechend einige Plätze Unterschied in der Tabelle ausmachen und aus einem Mittelständer beispielsweise einen Europacupkandidaten machen. Schwächen hingegen können leicht dazu führen, die gesteckten Ziele zu verfehlen und eine unentspannte Saison zu spielen.

Auch im heutigen Spiel können Standards den Unterschied machen. Für St. Pölten in erster Linie, weil das Team in dieser Wertung deutliche Defizite aufweist. Für die Gäste hingegen, die selbst noch eher unterdurchschnittliche Werte aufweisen, könnten Standardsituationen zum Dosenöffner werden. Da nicht zu erwarten ist, dass St. Pölten die reaktive Spielanlage mit massiver personeller Präsenz in der letzten eigenen Linie aufgeben wird, könnte es sich als durchaus schwierig erweisen, aus dem Spiel heraus zu Torchancen zu kommen. Die Schwäche der Gastgeber bei ruhenden Bällen auszunutzen, könnte deshalb ein durchaus probates Mittel sein, den eigenen Höhenflug fortzusetzen und den des Underdogs zu beenden.




Dienstag, 21. April 2015

Kurzgeschichte: Die Wiener Austria unter Andreas Ogris

Natürlich ist es für ein abschließendes Urteil nach drei Ligaspielen noch zu früh. Dennoch hat ein Zwischenfazit insofern Sinn, als ein neuer Trainer durchaus in gewissen Aspekten sofort für Veränderungen im Spiel seiner Mannschaft sorgen kann. Zwar ist der vielzitierte Trainereffekt kein Automatismus, allerdings zeigen sich neue Ansätze in Details durchaus schon nach wenigen Spielen.

Die Daten reflektieren tatsächlich bereits einen signifikanten Wandel im Spiel der Wiener Austria in den drei Spielen unter der Regie von Interimscoach Ogris (siehe Graphik 1). Zu beachten ist dabei, dass die Daten der drei Spiele unter Ogris natürlich noch mehr von den Gegnern, gegen die gespielt wurde, beeinflusst werden. So ist es kaum verwunderlich, dass die Austria gegen den generell eher reaktiv agierenden WAC auf überdurchschnittlich viele Pässe kam (485), während gegen das Salzburger Pressing oft auf lange Bälle gesetzt wurde, was eine dementsprechend etwas niedrigere Passquote (68%) zur Folge hatte. Bei nur drei Spielen können solche Eigenheiten die Durchschnittswerte stärker beeinflussen als bei einer größeren Stichprobe. 

Die gespielten Pässe pro Spiel sowie die Passquote unterscheiden sich kaum voneinander (die jeweils linke Säule in Graphik 1 repräsentiert den Mittelwert unter Baumgartner, die rechte dementsprechend den unter Ogris). In beiden Kategorien kam die Austria unter Baumgartner auf leicht höhere Werte, die Unterschiede sind jedoch minimal und dementsprechend in der Beurteilung zu vernachlässigen.

Wo sich jedoch gewaltige Differenzen zeigen, ist bei den Flanken. Seit Ogris am Werk ist, schlägt die Austria mehr als doppelt so viele Flanken pro Spiel als noch unter Baumgartner. Mit anderen Worten: Von den insgesamt 400 geschlagenen Flanken in dieser Saison wurden 77 (dies entspricht 19,25%) unter Ogris abgegeben, obwohl er nur in 10,34% der Spiele Cheftainer war.


Graphik 1

Die Unterschiede zwischen beiden Perioden zeigen sich noch deutlicher, wenn man die Anzahl der Flanken auf die Anzahl der gespielten Pässe standardisiert (Graphik 2). Von 100 gespielten Pässen unter Baumgartner waren nur knapp drei Flanken, unter Ogris hingegen mehr als sechs.

Graphik 2

Das Problem mit dem Spiel, das sich auf Flanken fokussiert, ist, dass Flanken sehr ineffiziente Mittel sind, um Gefahr zu kreieren. Selbst die genauesten Spieler in dieser Hinsicht bringen nur etwa ein Viertel der Flanken an den eigenen Mann (man vergleiche dies mit der allgemeinen Passquote von etwa 70%). Und selbst wenn sie nicht von der gegnerischen Abwehr geklärt werden, sind sie schwiergier weiterzuverarbeiten beziehungsweise ins Tor zu bringen als Flachpässe.

Dementsprechend ist auch eher nicht zu erwarten, dass es der Austria gelingt, unter Ogris mehr Gefahr zu erzeugen als unter Baumgartner. Graphik 3 bestätigt diese Vermutung auch zumindest für die drei bereits absolvierten Spiele. Die Austria schoss vor dem Trainerwechsel pro Spiel etwa zweieinhalbmal öfter in Richtung gegnerisches Tor als danach. Der Unterschied bezüglich der Schüsse, die auch auf das gegnerische Tor gingen, ist zwar geringer (etwa ein Torschuss pro Spiel mehr als unter Ogris), allerdings ist diese Zahl nicht trivial angesichts der oftmals engen Ergebnisse. Ein Schuss mehr oder weniger kann ein Resultat bereits in die eine oder andere Richtung beeinflussen.

Graphik 3

Andererseits wurde dieser Rückgang bei den eigenen Torschüssen dadurch aufgefangen, dass die Austria auch weniger gegnerische Torschüsse zulässt. Während die Gegner unter Baumgartner noch etwa 14 Schüsse pro Spiel abgaben (4,58 davon aufs Tor), ließ sie unter Ogris nur noch elf pro Spiel zu (3,67 aufs Tor). Man konnte sich also defensiv stabilisieren und sich auch in den beiden Indikatoren TSR (von 0,51 auf 0,52) und STR (0,52 auf 0,56) steigern, was auf insgesamt überlegenere Leistungen schließen lässt. Der Rückgang in der offensiven Chancenkreation hatte jedoch zur Folge, dass man in der Liga seit dem Trainerwechsel immer noch sieglos ist. Im Spiel nach vorne hat man also sicher noch Luft nach oben und kann sich verbessern, um enttäuschende Punkteverluste gegen individuell schlechter eingeschätzte Gegner wie Grödig und Wolfsberg zu vermeiden; beispielsweise, indem man etwas seltener Flanken schlägt.